Hier möchte ich kurz erläutern, was mir immer wieder auffällt, wenn einmal der NTLDR fehlte und wie in meinem ersten Artikel darüber wiederhergestellt wurde.

Nachdem also Windows XP wieder “normal” starten sollte sieht man, wenn man schnell genug hinschaut bzw. lesen kann, dass wohl die “boot.ini” nicht mehr richtig erkannt wird und Windows standardmäßig auf “C:\Windows\” zugreift. Dies sollte in den meisten Fällen auch funktionieren und eben somit das Betriebssystem zum starten bringen.

Es gibt mehrere Wege, die “boot.ini” wiederherzustellen. Hier jetzt erstmal der schnelle Weg:

Falls Windows startet kopiert man sich einfach die Datei “C:\Windows\pss\boot.ini.backup” direkt nach “C:\”. Dort benennt man sie in “boot.ini” um. Danach sollte das System wieder einwandfrei funktionieren.

Sollte Windows allerdings in einem anderen Ordner liegen bzw. erst gar nicht starten, hilft der Weg über eine Linux-Live-CD. Knoppix bietet sich dafür recht gut an. Hier startet man eben Linux und kopiert die o.g. Datei wie schon erwähnt auf die Boot-Partition bzw. -Platte. Hier sollte man wenn möglich die aktuellste Version von Knoppix verwenden, da diese von Haus aus schon auf das NTFS-Dateisystem schreiben kann. Ansonsten führt nur der weg über das Mounten der Windows-Platte mit dem ntfs-3g-Treiber. Hier mal der Befehl zum nutzen des Treibers:

mount -t ntfs-3g /dev/sda1 /mnt/windows

sda1 steht hierbei für die Platte/Partition, auf der Windows liegt.

Mit einer Windows-Live-CD funktioniert das kopieren natürlich auch. Eine solche CD muss man sich allerdings erst selbst zusammen basteln, zumindest für XP. Funktioniert am besten mit “Bart’s PE Builder“. Man sollte sich allerdings erstmal die Anleitung durchlesen.

Sollte das alles auch scheitern, weil z.B. gerade keine Linux- oder Windows-Live-CD irgendwo rumliegt, hilft natürlich auch die normale XP-CD. Wie auch schon im ersten NTLDR-Teil bootet man von CD und drückt “R”, um in die Wiederherstellungs- bzw. Reparatur-Konsole zu wechseln. Entweder man kopiert sich jetzt per

copy C:\Windows\pss\boot.ini.backup C:\boot.ini

die Datei dahin, wo sie sein sollte oder man erstellt sich eine komplett neue Datei bzw. repariert sich seine evtl. defekte. Defekt kann diese Datei sein, wenn man zu viel daran herumgespielt hat, um vllt “wertvolle” Optimierungs-Tipps von zweifelhaften Internet-Seiten wieder gerade zu biegen. Der Befehl “bootcfg” ist in dieser Hinsicht recht wertvoll:

  • bootcfg /list
    Listet alle Betriebssysteme in der “boot.ini” auf
  • bootcfg /scan
    Scannt das System nach Windows-Versionen
  • bootcfg /add
    Man bekommt die Windowssysteme angezeigt und kann eines davon auswählen, welches man zur “boot.ini” hinzufügen will
  • bootcfg /rebuild
    Dieser Befehl scannt das System und bietet die Möglichkeit, jedes gefundene Windows zur “boot.ini” hinzuzufügen
  • bootcfg /default
    Hier wird schlussendlich das Standard-System festgelegt, welches gestartet werden soll

Man versucht also erstmal den Befehl “bootcfg /add” und dann “bootcfg /default”. Diese sollten in den meisten Fällen ausreichen. Eine genauere Erläuterung findet man natürlich bei Microsoft in der Knowledge-Base.

Alle Vorschläge verstehen sich natürlich ohne Gewähr. Es kann und sollte funktionieren. Muss es aber nicht. Aber immerhin mal besser das versuchen, als gleich Windows neu zu installieren… womöglich noch ohne vorherige Datensicherung.