IE6 per Softwareverteilung
Vor kurzem stand ich mal wieder vor dem Problem, dass innerhalb einer Domäne nicht jeder Rechner mit dem Internet Explorer 6 inkl. ServicePack 1 installiert war. Vor allem in Domänen mit Windows 2000-Clients kommt sowas immer mal wieder vor. Hier sind dann meist noch die Originalversionen 5 oder 5.5 installiert. Einige Programme, die man heutzutage dann vielleicht doch mal installieren möchte, benötigen jedoch meist mindestens die Version 6 oder gar die Version 6 inkl. SP1. Jetzt kann man sich natürlich relativ schnell die Version 6 inkl. SP1 bei Microsoft herunterladen und vor Ort händisch als Administrator installieren. Entweder direkt mit dieser Datei inkl. Internetzugang, oder als “Netzwerkinstallation” mit dem Gesamtpaket. Dieses erhält man, wenn man folgenden Befehl in die Eingabeaufforderung bzw. das Ausführen-Fenster eingibt: c:\ie6\ie6setup.exe /c:"ie6wzd.exe /d /s:""#E". Laufwerk “C” und der Ordner “ie6″ sollten wenn möglich existieren und auch die heruntergeladene Datei sollte darin liegen. Man wird dann nach dem ausführen gefragt, wo die Installationsdateien gespeichert werden sollen. Nach dem Download hat man alle nötigen Dateien in dem Ordner, um über die ie6setup.exe ohne Internet-Zugang die Version zu installieren. Geht ganz einfach… vor allem, wenn man auf diese Turnschuh-Administration steht.
Da wir aber nunmal zumindest Lauf-Faule Admins sind, muss es allerdings auch möglich sein, den IE6 per Gruppenrichtline (GPO) im Netzwerk zu verteilen. Ganz automatisch, ohne viel Rennerei. Dazu gibt es im Internet schon einige Erklärungen und Anleitungen, die mit unterschiedlichen Tools zum Ziel gekommen sind. Auch Microsoft hat einen Knowledge-Base-Artikel dazu verfasst, der jedoch nicht mehr wirklich hilfreich ist. Ich will hier jedoch meinen eigenen Weg demonstrieren, da ich mir aus ein paar Anleitungen meine eigene zusammen basteln musste, damit es endlich funktionierte.
Benötigt wird erstmal das IEAK6 (Internet Explorer Administration Kit). Das ganze wird als FIRMENADMINISTRATOR irgendwohin installiert. Nach einem OK geht’s auch schon los. Nach einer Erfolgsmeldung geht’s zum Start -> Programme -> Microsoft IEAK 6 -> Internet Explorer Anpassungsassistent. Weiter bis “Speicherort”. Hier wählt man sich was schönes aus, weil da die nachher benötigten Dateien drin liegen. Bei “Erweiterte Optionen…” einen Haken setzen, um die automatische Versionssynchronisierung durchzuführen. Der Rest passt. Weiter bis “Medienauswahl”. Hier wählt man nur “Flat” aus. Weiter bis “Automatische Versionssynchronisierung”. Hier nur ein Klick auf “Alle synchronisieren”. NICHT auf “Updates…” klicken, da dies bei manchen zu einem Absturz führen kann. Der Button scheint ins leere zu laufen. Weiter bis “Anpassen der Installation”. Wer gerne Firmenbezogene Titelleisten einfügen möchte, ist hier richtig. Ansonsten einfach weiter im Text. Im nächsten Fenster “Installationsoptionen” wählt man die “Vollständig automatische Installation” aus und setzt zusätzlich den Haken bei “Benutzerrechte”. Danach kann man die einzelnen Installations-Optionen auswählen oder eines der vorgefertigten Profile verwenden. Bis zum Punkt “Zielgerichtete Richtlienen und Einschränkungen” sind die Einstellungen optional. Hier sollte man dann jedoch “Nur Richtlinien für Nicht-Administratoren anzeigen” lassen, sofern man i.d.R. keine Benutzer mit Administratorrechten im Netzwerk hat (bzgl. der Sicherheit usw.). Nachdem man an den “Richtlinen und Einstellungen” genung herum gespielt hat werden die notwendigen Pakete und Dateien erstellt, was einen Moment dauern könnte. Abschließend wird nochmal gezeigt, wo die erzeugten Dateien zu finden sind (bei mir: c:\builds\test, genauer: C
builds/test/FLAT/WIN32/DE).
Im nächsten Schritt benötigt man einen sog. MSI Wrapper. Dieser erzeugt eine notwendige MSI-Datei, um die erstellten Pakete per Softwareverteilung installieren zu können. Viele Anleitungen, die man im Internet findet beziehen sich hierbei auf einen Hotfix direkt von Microsoft. Dieser war jedoch relativ umständlich zu beschaffen, und zwar per Telefon und der Angabe einer E-Mail-Adresse. Diese Hotfix-Seite (Knowledge-Base-Artikel 810011) ist allerdings nicht mehr erreichbar, außer als japanische oder chinesische Variante. Bringt somit ohne diverse Sprachkenntnisse nicht mehr viel.
Aber zum Glück gibt es ja Alternativen. Eine davon ist über InstallSite zu erreichen. Hier lädt man sich die Datei IeXsetup.zip herunter und entpackt diese. Heraus kommen zwei MSI-Dateien, einmal ie5setup.msi und ie6setup.msi. Die ie6setup.msi ist das begehrte Objekt unserer Wahl und wird einfach in den Ordner kopiert, der auch die Offline-Installationsdateien enthält (in meinem Fall C
builds/test/FLAT/WIN32/DE. Vorteilhaft wäre natürlich das kopieren all dieser Daten in einen extra freigegebenen Ordner auf dem Server, um eine Gruppenrichtlinie darauf zeigen zu lassen. Innerhalb der MSI-Datei wird beim ausführen folgender Befehl abgearbeitet: ie6setup.exe /Q:A /C:”ie6wzd /S:”"#E”" /Q:C /R:N”. Eine Erläuterung von Microsoft findet sich hier.
In einigen Anleitungen findet man zusätzlich noch das Programm Orca von Microsoft, mit dem man MSI-Dateien bearbeiten kann. Wenn die ie6setup.msi jedoch im gleichen Ordner liegt, wie die Installationsdateien, ist die Bearbeitung überflüssig.
Ich hoffe mal, man kommt mit der Anleitung zurecht oder sie hilft dem einen oder anderen etwas auf die Sprünge. Screenshots habe ich absichtlich weg gelassen, da gerade beim IEAK6 so ziemlich alles selbsterklärend und ausführlich beschrieben ist.
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